Fine Food Days Cologne 2026

Group of chefs and staff in white uniforms pose on the steps in front of a grand brick building with large rounded, decorative windows.

Ein Finale zwischen großer Küche und großen Emotionen

Mit einem festlichen Finale in der Kölner Flora gingen am Sonntagabend, 13. September, die Fine Food Days Cologne 2026 zu Ende. Spitzenküche, ausgezeichnete Weine, die Verleihung der Festival-Awards und eine bewegende Erinnerung an den im Mai verstorbenen Festivalinitiator Michael Stern machten den Abschluss zu einem Abend, der weit über ein klassisches Gourmet-Event hinausging. Das ChefHeads-Magazin war als Medienpartner vor Ort.

Zwei Wochen lang stand Köln wieder ganz im Zeichen besonderer kulinarischer Erlebnisse. Mehr als 30 Veranstaltungen hatten die Fine Food Days Cologne vom 30. August bis zum 13. September auf die Beine gestellt. Sterne- und Spitzenköche, Gastronomen und Winzer zeigten dabei, was die Kölner Genusslandschaft auszeichnet: Qualität, Kreativität – und vor allem ein Netzwerk, das gemeinsam etwas bewegen möchte.

Den festlichen Schlusspunkt setzte traditionell das große Finale in der Flora Köln.

Bereits zum Empfang wurden die Gäste mit kleinen kulinarischen Kostproben und prickelnder Begleitung auf den Abend eingestimmt. Im festlich gedeckten Saal folgte anschließend ein Sechs-Gang-Menü, das von Spitzenköchen aus dem Kreis der Fine Food Days Cologne gemeinsam gestaltet und von ausgewählten Weinen begleitet wurde.

Gerade dieses Zusammenspiel ist eine der Stärken des Festivals: Beim Finale geht es nicht darum, dass sich ein einzelner Koch oder ein einzelnes Restaurant präsentiert. Unterschiedliche Handschriften kommen zusammen und werden Teil eines gemeinsamen kulinarischen Erlebnisses.

Bettina Böttinger führt mit Charme und Humor durch den Abend

Durch das Programm führte in diesem Jahr Bettina Böttinger. Die langjährige Botschafterin der Fine Food Days bewies dabei einmal mehr, dass ein festlicher Galaabend durchaus elegant und gleichzeitig ausgesprochen unterhaltsam sein kann.

Charmant, spontan und mit ihrem unverwechselbaren Humor führte sie durch die einzelnen Programmpunkte und schaffte immer wieder den Wechsel zwischen Leichtigkeit und den ernsteren, emotionalen Momenten dieses besonderen Abends.

Denn neben dem Menü standen vor allem die Menschen im Mittelpunkt.

Die Fine Food Days Awards – Anerkennung für Leistung und Engagement

Die Verleihung der Fine Food Days Cologne Awards gehört seit Jahren zu den Höhepunkten des Festival-Finales. Mit den Auszeichnungen würdigt der Verein Menschen, die mit ihrer Arbeit die Gastronomie prägen, ebenso wie junge Talente, die am Beginn ihres beruflichen Weges stehen.

Die Verlesung der Preisträger und die Laudationes übernahm Franz Gruber, Vorstand der Fine Food Days Cologne.

Besondere Aufmerksamkeit galt erneut dem gastronomischen Nachwuchs. Drei junge Nachwuchskräfte wurden für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Gerade diese Ehrungen haben für die Branche eine besondere Bedeutung: In Zeiten, in denen Gastronomie und Hotellerie intensiv um qualifizierte Mitarbeiter und Auszubildende werben, setzt das Festival damit bewusst ein Zeichen für Wertschätzung, Ausbildung und berufliche Perspektiven.

Ebenfalls vergeben wurde die Auszeichnung „Ort des Jahres“. Sie unterstreicht einen Gedanken, der die Fine Food Days seit ihrer Gründung begleitet: Herausragende Kulinarik lebt nicht allein vom Teller. Atmosphäre, Gastgeber, Architektur und außergewöhnliche Orte können aus einem guten Essen ein Erlebnis machen.

Eine Nacht der Legenden – und eine außergewöhnliche Ehrung

Dass die Fine Food Days immer wieder genau solche außergewöhnlichen Erlebnisse möglich machen, hatte die diesjährige Ausgabe eindrucksvoll bewiesen.

Besonders die Veranstaltung „FINE DINING KÖLN – Die Nacht der Legenden“ dürfte in die Geschichte des Festivals eingehen. Was im Vorfeld lediglich als „Secret Location“ angekündigt worden war, entpuppte sich als ein Ort, der kaum spektakulärer hätte sein können: der Kölner Dom.

Kochlegende und Drei-Sterne-Koch Dieter Müller, Sternekoch Marlon Rademacher und die Kölner Gastronomielegende Ernst Vleer hatten dort ein exklusives kulinarisches Erlebnis geschaffen. Bereits der Empfang hoch oben auf dem Vierungsturm mit Austern und Champagner machte deutlich, dass dies kein gewöhnlicher Fine-Dining-Abend werden sollte. Anschließend standen prägende Gerichte aus den Karrieren der beteiligten Köche im Mittelpunkt.

Für die Konzeption und Realisierung dieser außergewöhnlichen Veranstaltung wurden Marlon Rademacher und Ernst Vleer beim Finale in der Flora besonders geehrt.

Eine mehr als verdiente Anerkennung für ein Event, das das Motto der Fine Food Days Cologne wohl kaum treffender hätte verkörpern können: außergewöhnliche Menschen, außergewöhnliche Küche – und Orte, an denen man ein solches Dinner normalerweise niemals erwarten würde.

Der Moment, in dem es still wurde

So ausgelassen und genussvoll der Abend bis dahin verlaufen war – der emotionalste Moment des Finales sollte noch folgen. Es ging um einen Menschen, ohne den es die Fine Food Days Cologne in ihrer heutigen Form nicht geben würde:

Michael Stern.

Der langjährige Geschäftsführer des KölnSKY und Initiator der Fine Food Days Cologne war im Mai 2026 verstorben. Für viele Menschen in der Kölner Gastronomie war Michael Stern jedoch weit mehr als ein Veranstalter oder Netzwerker.

Er war Ideengeber, Antreiber, Gastgeber und jemand, der Menschen zusammenbringen konnte. Seine Idee war es, die enorme gastronomische Qualität Kölns und der Region nicht als Konkurrenz einzelner Häuser zu verstehen, sondern gemeinsam sichtbar zu machen. Aus dieser Idee entwickelte sich über die Jahre ein Festival, das inzwischen weit über Köln hinaus Beachtung findet.

Beim Finale 2026 wurde Michael Stern deshalb posthum für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Als Franz Gruber die Auszeichnung und die Laudatio verlas und anschließend Nicole Stern gemeinsam mit den beiden Kindern von Michael Stern den Award entgegennahm, veränderte sich die Atmosphäre im Saal. Es war jener Moment des Abends, in dem Kulinarik plötzlich Nebensache wurde. Die Erinnerung an einen Menschen stand im Mittelpunkt.

An einen Menschen, dessen Idee an diesem Abend überall zu spüren war – in der Flora, bei den Köchen und Gastronomen, bei den vielen Wegbegleitern und Freunden und letztlich in den Fine Food Days selbst. Die Auszeichnung für sein Lebenswerk war deshalb weit mehr als ein Award. Sie war ein Dankeschön. Und zugleich ein Versprechen.

Sein Festival lebt weiter

Bereits vor Beginn der diesjährigen Fine Food Days hatte der Vorstand deutlich gemacht, dass das Festival im Gedenken an Michael Stern und in seinem Sinne weitergeführt und entwickelt werden soll.

Nach diesem Finale dürfte klar sein: Genau das geschieht.

Die Fine Food Days Cologne sind inzwischen mehr als eine Aneinanderreihung hochklassiger Gourmetveranstaltungen. Sie sind zu einem Netzwerk geworden, das Menschen aus Gastronomie, Hotellerie, Weinwirtschaft, Medien und Wirtschaft miteinander verbindet. Und vielleicht liegt genau darin das wichtigste Vermächtnis von Michael Stern.

Er hat Menschen zusammengebracht.

Das war auch an diesem Abend in der Flora zu erleben. Für mich persönlich und für das ChefHeads-Magazin, das die Fine Food Days Cologne als Medienpartner begleitet, war es deshalb nicht nur ein kulinarisch beeindruckendes Finale. Es war ein Abend, der gezeigt hat, was eine starke gastronomische Gemeinschaft ausmachen kann: gegenseitige Wertschätzung, Nachwuchsförderung, gemeinsame Ideen und die Bereitschaft, nicht nur über das eigene Restaurant hinauszudenken, sondern gemeinsam etwas für die gesamte Branche zu bewegen.

Die Fine Food Days Cologne 2026 sind zu Ende. Die Idee dahinter lebt weiter.

Und Michael Stern bleibt ein Teil davon.

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Christine-Anja Möcklinghoff

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