Was die Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnung
für Profiküchen wirklich bedeutet

Die geplante Ausweitung des Tierhaltungsschutzgesetzes und der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung ist erneut vertagt worden. Was ursprünglich früher greifen sollte, wird nun – nach aktuellem Stand – frühestens 2027 relevant. Für viele Betriebe der Hotellerie und Gastronomie bedeutet das zunächst Aufschub. Inhaltlich jedoch bleibt das Thema hochaktuell: Transparenz in der Fleischherkunft, Anforderungen an Lieferketten und die Frage, wie Tierwohl künftig in Profiküchen abgebildet und kommuniziert werden soll.
Gerade für die HOGA ist die Diskussion längst nicht mehr theoretisch. Einkauf, Kalkulation und Gästekommunikation stehen bereits heute unter dem Eindruck steigender Erwartungen an Nachhaltigkeit und Herkunftsnachweise. Lieferanten spielen dabei eine Schlüsselrolle: Sie müssen nicht nur Ware bereitstellen, sondern zunehmend auch Orientierung geben – zwischen gesetzlichen Vorgaben, Marktverfügbarkeit und wirtschaftlicher Realität.
Vor diesem Hintergrund haben wir mit zwei zentralen Marktakteuren gesprochen. Otto Gourmet gehört seit Jahren zu den prägenden Adressen für hochwertiges Fleisch in der Spitzengastronomie. Im Interview erläutert Geschäftsführer Wolfgang Otto, wie sich Tierwohl-Anforderungen auf Sortiment, Erzeugerbeziehungen und Preisstrukturen auswirken – und warum Transparenz allein noch keine einfache Lösung ist.
Einen ergänzenden Blick liefert FrischeParadies aus Frankfurt. Als Vollsortimenter für Gastronomie und Hotellerie steht das Unternehmen exemplarisch für die operative Seite der Umsetzung: Wie lassen sich unterschiedliche Haltungsstufen im Alltag abbilden? Wo liegen die Grenzen der Verfügbarkeit? Und welche Rolle spielt die Beratung der Küchen bei einem Thema, das rechtlich noch nicht final geregelt ist?
Auch wenn das Gesetz vorerst auf sich warten lässt, ist klar: Die Weichen werden jetzt gestellt. Die kommenden Jahre entscheiden darüber, wie gut Betriebe, Lieferanten und Produzenten auf eine verpflichtende Kennzeichnung vorbereitet sind – und ob sie daraus mehr machen als eine reine Pflichtübung.
ChefHeads wird das Thema weiter begleiten. Eine ausführliche Analyse der dann geltenden Rahmenbedingungen und ihrer konkreten Auswirkungen auf die Profiküche ist für das Jahresende vorgesehen – vorausgesetzt, das Tierhaltungsschutzgesetz tritt wie geplant 2027 in Kraft.
Bis dahin liefern die folgenden Interviews eine erste Standortbestimmung aus Sicht zweier zentraler Partner der Branche.

Wolfgang Otto | Otto Gourmet

Das Interview mit Wolfgang Otto von Otto Gourmet im Magazin >>

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