Deutsche Küche in Bangkok – und das auf Drei-Sterne-Niveau.

Was zunächst wie ein kulinarischer Gegensatz klingt, ist eine der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten der internationalen Spitzengastronomie.
Thomas und Mathias Sühring haben mit ihrem Restaurant Sühring in Bangkok etwas geschaffen, das weit über ein klassisches Fine-Dining-Konzept hinausgeht. Die Berliner Zwillingsbrüder verbinden Erinnerungen an ihre deutsche Kindheit mit moderner Hochküche – präzise, persönlich und mit einer unverwechselbaren Handschrift.
In der August-Ausgabe des ChefHeads-Magazins erzählen wir die Geschichte zweier deutscher Köche, die auszogen, um internationale Erfahrungen zu sammeln – und schließlich in Thailand ihre ganz eigene Interpretation deutscher Spitzenküche entwickelten.
Von Berlin hinaus in die Welt
Thomas und Mathias Sühring wurden 1977 in Berlin geboren. Die Aromen ihrer Kindheit – Sauerteigbrot, eingelegtes Gemüse, Sonntagsbraten, Marmeladen oder Omas Apfelkuchen – sollten viele Jahre später zu einem wichtigen Bestandteil ihrer kulinarischen Identität werden.
Nach ihren Ausbildungen in Berlin führte sie ihr Weg durch einige der renommiertesten Küchen Europas. Stationen bei Spitzenköchen wie Sven Elverfeld, Jonnie Boer und Heinz Beck prägten ihr Verständnis von Präzision, Produktqualität und moderner Hochküche.
2008 gingen beide nach Thailand. Im Mezzaluna des Lebua Hotels wurden sie zu prägenden Persönlichkeiten der Fine-Dining-Szene Bangkoks. Doch irgendwann entstand der Wunsch nach einem eigenen Restaurant – und nach einer Küche, die ihre persönliche Geschichte erzählt.
Nicht französisch. Nicht italienisch. Keine beliebige asiatische Fusion.
Sondern deutsche Küche – allerdings völlig neu gedacht.



Erinnerungen werden zu Fine Dining
2016 eröffneten Thomas und Mathias ihr Restaurant Sühring.
Während viele internationale Spitzenrestaurants ihre Inspiration in Frankreich, Japan oder Skandinavien suchten, blickten die Brüder zurück nach Deutschland – und in ihre eigene Kindheit.
Familienfeste, Schulbrote, Räucherfisch, eingelegte Gurken, Brotzeit, Königsberger Klopse oder Schwarzwälder Kirschtorte wurden zum Ausgangspunkt für Gerichte, die traditionelle deutsche Geschmacksbilder mit den Techniken und der Präzision internationaler Spitzenküche verbinden.
Dabei geht es nicht darum, deutsche Klassiker lediglich luxuriöser anzurichten. Entscheidend ist die persönliche Geschichte hinter den Gerichten.
Erinnerungen werden zu Menüs. Heimat wird zur kulinarischen Handschrift.
Genau darin liegt die Besonderheit von Sühring.
Tradition. Innovation. Identität.
Drei Begriffe beschreiben die Philosophie der Brüder besonders treffend: Tradition, Innovation und Identität.
Die Grundlage bilden saisonale Spitzenprodukte und deutsche Klassiker, die mit modernen Techniken weiterentwickelt werden, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren. Das Ergebnis ist eine Küche, die präzise und elegant wirkt, zugleich aber emotional und überraschend vertraut bleiben kann.
Auch die Gerichte zeigen, wie konsequent diese Idee umgesetzt wird. Ob Labskaus mit Kaviar, Obatzda & Radler, Brathering oder Neuinterpretationen klassischer deutscher Geschmackswelten – die kulinarische Herkunft der Brüder bleibt erkennbar, bekommt in Bangkok jedoch eine völlig neue Bühne.

Drei Michelin-Sterne für deutsche Küche in Bangkok
Aus der mutigen Idee wurde eine internationale Erfolgsgeschichte.
Sühring etablierte sich innerhalb weniger Jahre unter den führenden Restaurants Asiens. Es folgten Michelin-Auszeichnungen sowie Spitzenplatzierungen bei Asia’s 50 Best Restaurants, The World’s 50 Best Restaurants und La Liste.
2026 folgte schließlich der bisherige Höhepunkt: Das Restaurant Sühring wurde mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet.
Damit haben Thomas und Mathias Sühring nicht nur persönlich einen außergewöhnlichen Meilenstein erreicht. Ihr Erfolg zeigt zugleich, welchen Stellenwert eine moderne, selbstbewusste Interpretation deutscher Küche auf der internationalen gastronomischen Bühne erreichen kann.
Zwei deutsche Köche als kulinarische Botschafter
Trotz der internationalen Anerkennung hat sich Sühring seinen persönlichen Charakter bewahrt. Mit nur rund 40 Sitzplätzen, einer offenen Küche und einer beinahe privaten Atmosphäre unterscheidet sich das Restaurant bewusst von großen, spektakulär inszenierten Gourmettempeln.
Deutsche Gastlichkeit trifft hier auf asiatische Gelassenheit – und genau diese Verbindung trägt zur besonderen Atmosphäre des Hauses bei.
Thomas und Mathias Sühring haben damit weit mehr geschaffen als ein erfolgreiches Spitzenrestaurant. Sie haben ihrer Vorstellung von deutscher Küche eine internationale Identität gegeben – modern und weltoffen, gleichzeitig aber tief verwurzelt in ihrer Herkunft.
Die ganze Titelstory im ChefHeads-Magazin
Wie schafft man es als zwei deutsche Köche, ausgerechnet in Bangkok eine neue Interpretation deutscher Spitzenküche zu etablieren?
Welche Rolle spielen Kindheit, Familie und Erinnerungen bei der Entwicklung ihrer Gerichte? Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Zwillingsbrüdern in einer Küche auf Drei-Sterne-Niveau? Und wie blicken Thomas und Mathias Sühring heute auf ihren außergewöhnlichen Weg von Berlin nach Bangkok?
Darüber sprechen Thomas & Mathias Sühring ausführlich im großen ChefHeads-Interview.
Die komplette Titelstory „Thomas & Mathias Sühring – Zwei Brüder, eine Vision: Wie deutsche Spitzenküche Bangkok eroberte“, das ausführliche Interview sowie beeindruckende Einblicke in ihre Küche und das Restaurant Sühring lesen Sie in der August-Ausgabe 2026 des ChefHeads-Magazins.
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